Zum Hauptinhalt springen

Klimaschutz beginnt vor Ort

Austausch am Mobilen Grünen Zimmer mit Kim Sophie Bohnen und Jochen Lochner- OV HoRAN - Religen

Klimaschutz beginnt vor Ort – Austausch am Mobilen Grünen Zimmer mit Kim Sophie Bohnen und Jochen Lochner

Am Freitag, den 25. September, lud der Ortsverband der Linken HoRAN, zu einem Austausch rund um Klimaschutz, Hitze und die Frage, wie die Gemeinde Reilingen angesichts zunehmender klimatischer Veränderungen zukunftsfest gestaltet werden kann, ein. Als besonderer Treffpunkt diente dabei das Mobile Grüne Zimmer der AOK auf dem Rathausplatz. Das Interesse war groß: Menschen unterschiedlichen Alters kamen zusammen, hörten aufmerksam zu und nutzten vor allem im Anschluss die Möglichkeit, eigene Fragen und Gedanken einzubringen.

Nach der Begrüßung durch den Reilinger Gemeinderat Jochen Lochner und einer kurzen Einführung in den Ablauf gab es zunächst drei inhaltliche Impulse. Zu Gast waren dafür Kim Sophie Bohnen, Klimaaktivistin und Mitglied des Landesvorstands der Linken Baden-Württemberg, sowie Christian Scheuerpflug als Vertreter von Fridays for Future Wiesloch. Im Mittelpunkt stand die Frage, was Klimaschutz eigentlich bedeutet. Dabei wurde deutlich, dass Klimapolitik nicht bei einzelnen Maßnahmen aufhört. Ernährung, Produktion und Transport von Waren, Bauen und Wohnen, Energie- und Wasserverbrauch oder Mobilität sind miteinander verbunden - das Eine beeinflusst das Andere. Klimaschutz betrifft die vielen Bereiche des täglichen Lebens – und zeigt zugleich auf, wie Ressourcen und Belastungen in unserer Gesellschaft verteilt sind und dass er sozialverträglich gestaltet sein muss. Wer kann sich das E-Bike oder eine Klimaanlage leisten?

Ein zweiter Aspekt wurde ebenso deutlich: Selbst wenn Klimaschutz konsequent vorangetrieben wird, sind die Folgen des bereits stattfindenden Klimawandels - "die Klimakatastrophe " so Kim Sophie Bohnen - längst spürbar. Hitzeperioden, Trockenheit und Starkregenereignisse stellen auch Kommunen vor neue Herausforderungen. Gerade deshalb gewinnt die Anpassung des öffentlichen Raums an Bedeutung.

Das Mobile Grüne Zimmer machte einen Teil davon unmittelbar erfahrbar. Begrünung, Beschattung und Verdunstung können an aufgeheizten, versiegelten Orten für ein angenehmeres Mikroklima und grüne Oasen sorgen und gleichzeitig Aufenthaltsqualität schaffen.

Wie wichtig solche Fragen auch für Reilingen sind, zeigte die anschließende Diskussion. Angesprochen wurden unter anderem fehlende Bäume und beschattete öffentliche Treffpunkte sowie die Gestaltung des Friedhofs. Auch die Überlegung, hinter den Fritz-Mannherz-Hallen weitere Parkflächen zu schaffen und dafür eine Grünfläche zu versiegeln, wurde kritisch hinterfragt. Dabei ging es nicht nur um die Frage, was problematisch sein könnte, sondern vor allem darum, was konkret getan werden kann. Wie kann eine Gemeinde auf zunehmende Hitze und Starkwetterereignisse reagieren? Wo können Flächen entsiegelt, Bäume gepflanzt und Schattenplätze geschaffen werden? Wie lässt sich Regenwasser besser zurückhalten und nutzen? Und wie können Bürgerinnen und Bürger selbst Einfluss nehmen - ohne dass die komplette Verantwortung für Anpassungen ihnen aufgehalst wird?

Gerade diese Verbindung zwischen globaler Klimapolitik und ganz konkreten Entscheidungen vor Ort prägte den Abend. Denn Klimaschutz und Klimaanpassung finden nicht nur auf Bundes- oder Landesebene statt, sondern zeigt sich auch in der Frage, ob ein Platz im Sommer Schatten bietet, ob Regenwasser versickern kann, wie viele Bäume in einer Gemeinde wachsen oder ob Grünflächen erhalten bleiben.

Dass diese Themen für Reilingen nicht neu sind, zeigt auch das Gemeindeentwicklungskonzept „Reilingen 2035“. Dort wurden bereits  Flächenentsiegelung, ein stärkeres Regenwassermanagement, Regenwassersammlung, begrünte Dächer und eine Solarüberdachung der Fritz-Mannherz-Hallen als Ziele bzw. Maßnahmen festgehalten.

Der Abend am Mobilen Grünen Zimmer hat damit vor allem eines gezeigt: Klimaschutz und Hitzeschutz sind keine abstrakten Zukunftsthemen. Sie betreffen den Alltag bereits heute – und sie stellen ganz konkrete Fragen an die Gestaltung unserer Gemeinde.

Die vielen Nachfragen und die anschließende Diskussion zeigten, dass Interesse und Gesprächsbedarf vorhanden sind. Der Austausch zwischen unterschiedlichen Generationen und Perspektiven machte deutlich, dass die Frage, wie Reilingen mit Hitze, Wasser, Grünflächen und öffentlichem Raum umgehen will, viele Reilinger sind Reilingerinnen beschäftigt.

Zurück zum Kopf der Seite